Unsere Geschichte

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Unsere Geschichte

Die Geschichte des Restaurants Leberfinger.

Die unmittelbar mit dem heutigen Gebäude des Restaurants Leberfinger verbundene Geschichte begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, also zu Zeiten der Herrschaft von Maria Theresia. Die Ufergegend gegenüber der Stadt Preßburg, auf der sich heute der Stadtteil Petržalka erstreckt, bestand aus zahlreichen kleinen Inseln und Inselchen, da sich die Donau hier in viele Donauarme zerteilte. Auf einer der Inseln namens Enger-Au wurde im 16./17. Jahrhundert der Grundstein der alten Gemeinde Petržalka gelegt – mit einer Kirche, Bauernhöfen und Forsthäusern. Hier entstand auch ein sehr wichtiger Verkehrsweg: die spätere Wiener Straße.

Natürlich durften an einem so wichtigen Verkehrsknotenpunkt auch solche Einrichtungen wie eine Zollstelle, eine Polizeiwache und ein Wirtshaus nicht fehlen. Und zwar nicht nur ein gewöhnliches, sondern eins für Reisende, in denen die Gäste nach kurzer oder langer Reise Unterkunft und Verpflegung fanden und in einer Zeit, in der man zu Pferd oder mit Kutsche reiste, versorgte man im Wirtshaus auch die Reitpferde und das vor die Wagen gespannte Vieh.

Im 18. Jahrhundert gehörten der Stadt fünf solche Wirtshäuser und zwar eins in Blumenthal, eins im Steinbruch, eins in Lamač, eins in Vajnory und das in Petržalka (damals noch Engerau) – das Bruck Auel Wirtshaus, der Vorgänger des Gasthauses Leberfinger.  1759 wurde es von Carl Turbilio verwaltet, der der Stadt jährlich 20 Gulden zahlte. Die Existenz des Wirtshauses zu dieser Zeit ist auch auf dem Marquart-Plan von Bratislava aus dem Jahre 1765 vermerkt.
Nach 1775 erlebte das Wirtshaus einen Aufschwung und seine Bedeutung stieg, als es in seiner unmittelbaren Umgebung nach den vorherigen Anweisungen von Maria Theresia von 1771, das Wasserbett der Donau zu regulieren und die Ufer zu befestigen, zu einem weiteren wichtigen Ereignis kam – dem Anlegen eines öffentlichen Parks.

Der Eigentümer des Wirtshauses im Jahre 1840 – Ján Alkhofer – zahlte der Stadt vierteljährlich 300 Gulden und 15 Kreuzer. Das Wirtshaus war in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Ort in dieser Ausflugsgegend. Vom Gebäude des Auwirtshauses aus fuhr jeden Samstag der Stellwagen nach Hainburg und zwar auf der Wiener Straße, vorbei an der alten Au-Kirche an einem der Donauarme, vorbei am Bauerngut auf der Straße Bécsi ország út, genauso, wie es auf der Landkarte von Preßburg und der weiten Umgebung aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts plastisch dargestellt ist. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wechselten die Inhaber des Wirtshauses häufig. 1869 war der Pächter des städtischen Gasthofs Anton Gohler, bis 1871 Sonntag, bis 1881 nach langer Zeit wieder eine Wirtin, die Witwe von Alojz Hofbauer, nach ihr von 1882 bis 1893 Johann Wald, der mit dabei war, als 1891 mit einer großen Feier die erste feste

Brücke über die Donau eröffnet wurde, über die scharenweise Ausflügler zu Fuß oder mit Kutsche kamen.

1894-1895 wurde das Wirtshausgebäude von Ludwig Leberfinger übernommen. Die Parzelle war im Grundbuch unter der Nummer 3180 und unter der Nummer 257 des III. Preßburger Bezirks, des sog. Franz-Joseph-Bezirks registriert.

Einer der wichtigsten Momente in der Geschichte des Wirtshauses Leberfinger war der Besuch vom Kaiser Franz Joseph persönlich, wovon auch einzigartige Fotografien erhalten geblieben sind.

Ab dem 1. Oktober 1924 erhielt Rudolf Leberfinger das Wirtshaus im Park zur Pacht, welches für eine Dauer von 12 Jahren Eigentum der Stadt war.

 

Die Familie Leberfinger war anscheinend erfolgreich, sie wurden von keiner unvorhersehbaren Naturkatastrophe getroffen, es gab keinen Brand und auch kein Hochwasser, sodass sie vierteljährlich die vorgeschriebene Pacht zahlen konnten – daher treffen wir sie auch in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts als Pächter des Wirtshauses an. Interessant war die Begründung der Stadt, warum man für die Besetzung des Pächters keine Vergabe ausgeschrieben, sondern sich für Leberfinger entschieden hatte: “Der Antragsteller Rudolf Leberfinger ist bereits seit dem Jahre 1895, also seit über 28 Jahren, Pächter des Wirtshauses im Park, bis zum Jahre 1916 zusammen mit dessen in diesem Jahr verstorbenen Bruder, seit jener Zeit allein. „Der Antragsteller führte dieses Wirtshaus über die gesamte Pachtdauer tadellos und erfreut sich größter Zufriedenheit beim städtischen Publikums als Pächter, ebenso auch bei den Gästen, die stets aufmerksam bedient wurden, und die servierten Speisen und Getränke waren, was die Qualität, besonders aber deren Preise anbelangt, sehr günstig gegenüber den Preisen anderer Wirte.

1918 wurde beim Putsch die gesamte Einrichtung des Wirtshauses zerstört, doch man baute es wieder auf.

An die Atmosphäre, die die Leberfingers hier zu zaubern wussten, erinnern auch unsere Literaten. Emil Bohúň schrieb in diesem Zusammenhang an seine Freunde: „Auf dem Rückweg machte man stets auf ein Bier im Gartenrestaurant bei Leberfinger halt, von diesem Wirtshaus war allgemein bekannt, dass man dort die besten Pflaumenknödel zu kochen pflegte.“

Auch Ján Smrek geizte nicht mit seinem Lob: „Der Leberfinger, das war eine wunderbare Küche, Gott sei`s gepriesen, schade, dass sie inzwischen Vergangenheit ist.“

Seine derzeitige Gestalt erlangte das Restaurant Leberfinger durch die Bemühungen der Bürgerinitiative des Theaters WEST in den Jahren 1996 bis 1998. Die Lage des Restaurants fern vom hektischen Zentrum, in unmittelbarer Nähe des Parks Sad Janka Kráľa, macht es so ideal für angenehme Familientreffen, aber auch für Arbeitsessen.

Zum Objekt gehört ein Garten für Kinder mit Eisbar, der immer wieder ein angenehmer Haltepunkt beim sommerlichen Spaziergang durch den Park ist.

 

 

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